veranstaltungen
13 Juli. Aachen. Deutschland
“LEGAL, ILLEGAL, Scheissegal”
“ Los ideales anarquistas son sendas de humanidad: unen para un designio común a los hombres más distintos y distantes. Y nosotros somos eso. Y por eso en nuestras letras hay barros de todas las intemperies. Y cuestas y encajaduras propias de todas las marchas en línea recta. Y polvaredas también: las que levantan los perros que nos salen a ladrar...”
Rodolfo González Pacheco
GefährtInnen die ich zu meinen intimen FreundInnenkreis zähle, meinen dass mein letzter Text, “Über Zwangsarbeit und andere Rechte”, ziemlich “zweideutig” in Bezug zum Thema um und über Rechte war. Es wäre gut gewesen, wenn dieser konkreter (eindeutiger) und weniger Ironisch wäre, denn das was ich schrieb, könne zu falschen Interpretationen führen im Sinne einer positiven Bewertung von Rechten und reformistischen Kämpfen...
(...)
In vielen Fällen habe ich den Eindruck dass der Begriff “ReformistIn” und/oder “GewährleisterIn” missbraucht wird, um sich von der Solidarität und Unterstützung mit Denen die kämpfen und deren eigenem Kampf zu distanzieren und abzulehnen (wenn nicht gar sofort beleidigt wird) , vor allem in Relation mit Gefangenen (seien sie politische oder soziale) und den Initiativen/Spannungen welche sie innerhalb der Gefängnisse unter den Bedinungen der Einschließung (nicht auf der Strasse und unter diesen Lebens-Bedinungen) führen, oder die eigene Isolation ignorieren im Zusammenhang mit den Kämpfen eben dort wo sie sich entwickeln (sei es im Knast, im Ghetto, etc.).
Wie sollen wir Gefängnisse verstehen? Als das Ende das jedeR RebellIn, RevolutionärIn und ProletarierIn akzeptieren soll nachdem sie/er all ihre/seine Freiheit verloren hat, aufgrund ihrer/seiner Aktivitäten/Kämpfe (politische, existenzielle und/oder materielle) /Bedürfnisse gegen das kapitalistische System und deren politische, soziale, juristische und wirtschftliche Ordnung? Hört denn die Ungerechtigkeit, die Ausbeutung , der Missbrauch im Gefängnis auf? Soll der/die Gefangene “nur” stoisch all den schiedsrichterischen und despotischen Folterungen und Auflagen der SchließerInnen widerstehen und darauf verzichten sich mit allen Mitteln dagegen zu verteidigen (seien diese “auch” legal)?
Nehmen wir als Beispiel, dass die SchließerInnen dich zusammenschlagen (oder sie schlagen und foltern dich regelmäßig) oder dass sie deine Post/Lektüre zurückhalten und verschwinden lassen; oder dass sie dich Jahre lang in einer totalen Isolation halten, oder dass sie dir deinen Verkehr mit den Menschen die du liebst verweigern, oder dass sie dich dauernd in andere Gefängnisse verlegen um dich letztendlich zu deassozieren, depersonalisieren, desozialisieren, etc.; um nur einige Beispiele zu nennen (welche ich persönlich seit 24 Jahren litt/leide) und dass alles trotz der ganzen “Rechte” auf diese Dingen... Sollen deshalb die Gefangenen auf einen legalen Weg und Rechte verzichten, weil das reformistisch und nicht radikal ist?
Wenn wir diese wenigen Beispiele in Betracht ziehen (und im Gefängnis sind sie alltägliches Brot), können wir deshalb die Gefangenen als ReformistInnen bezeichnen (die es ausserdem besser als sonst jemand wissen, die Opfer und Geisel der bürgerlichen Rechte und Legalität sind) weil sie sich mit einem Kulli “bewaffnen”, um diese Sachen aufzuzeigen und sich in Hoffnung wiegen (ich sage dass weil Gefangene nur aus dem Grund dass sie eben diese sind, aufgehört haben “RechtsbürgerInnen” zu sein und weil niemanden, nicht mal vielen “AnarchistInnen” die Rechte und das Leben der Gefangenen und deren Familien interessieren) das “Glück” zu haben eine/n “AmtsträgerIn” zu finden, welche/r sich entscheidet ihnen die bescheuersten Rechte zu geben um Briefwechsel, Besuche haben zu können und Isolation einzustellen, Entlassung weil die Haft schon abgesessen wurde oder weil es ihnen nach einen gewissen “Recht” zusteht, auf Grund von Krankheit rauszukommen etc, etc. Und da sie diese “Rechte” nicht immer (oder fast nie) bekommen, sind Gefangene, wie ich schon sagte, keine RechtsbürgerInnen???
Wie viele “Rechte” auch immer Gefangene oder “BürgerInnen” theoretisch haben, Garantien für deren Einhaltung gibt es nicht...
Nun denn... es sind nicht die Rechte oder Gesetzte für die AnarchistInnen kämpfen, da AnarchistInnen den Unterschied zwischen Freiheit und Rechten genau kennen, aber etwas was so offensichtlich für AnarchistInnen ist, muß nicht so offensichtlich für eine “normale” Person, Gefangene, Arme oder den Bengeln aus dem Ghetto sein etc. Da ich, bevor ich Anarchist wurde, ein Proletarier war, ein Bengel aus dem Viertel, ein “gewöhnlicher Verbrecher” (und tausend Sachen mehr), bis ich zu dem wurde, der ich heute bin, könnt ihr sicher sein, dass ich all mein Wissen und meine Erfahrungen in
Dienste Derjenigen stellen werde, die gegen das System rebellieren, um ihren eigenen Kampf gegen dieses führen zu können.
AnarchistInnen werden nicht geboren, sie werden gemacht... AnarchistInnen benutzen alle handgreiflichen Waffen um dieses Scheiß System anzugreifen und zu zerstören, seien diese “legal “ oder “illegal”.
Eine Sache können sich diejenigen die auf die eine oder die andere Weise dem Staat und seinen Institutionen, seinen Gesetzten und Doktrinen dienen, merken, in mir habt ihr euren schlimmsten Feind, weil ich euch mit meinen ganzen Herzen verachte.
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Vielleicht lohnt es sich noch aufzuklären, dass ich zu dem Hungerstreik/Protest, den wir im August machen, sozusagen eingeladen wurde, denn ich gehöre nicht zu der Gefangenengruppe Iv.I (Interessenvertretung Inhaftierter)... So gesehen, verstehe ich mich nicht als Jemand der “über” oder “vor” den gefangenen GefährtInnen steht, um sie zu belehren und noch weniger um sie zu “führen”. Insgesamt begleite ich sie in ihrer “Arbeit” und auf ihrem Weg , teile mit ihnen meine eigenen Erfahrungen, um sie (falls sie fähig sind) in ihren Vorhaben einige Schritte nach vorne zu bringen, um nicht dieselben “Fehler” zu machen, welche ich und andere GefährtInnen sowohl in der Zeit mit der COPEL als auch mit der APRE oder während der letzten kollektiven Erfahrungen zwischen 1999 und 2003 machten...
Solidarisch mit diversen sozialen Kämpfen zu sein (sowohl auf nationalen als auch internationalen Ebenen) ist immer eine Frage der Bewertung jedes Individuums welches sich vornimmt von eigenen Erfahrungen, Affinitäten und Wünschen auszugehen.
Wenn Mensch mit diesen Kämpfen solidarisch ist, geht es nicht um seine eigenen Interessen und Anschauungen, egal welcher Art (noch weniger wenn er “AnarchistIn” ist)... Es ist eine Frage der Liebe, der Anbindung und nicht, die Autonomie seiner eigenen Kämpfe darüber zu stellen, deren Formen der Organisation bzw. der eigenen KämpferInnen darüber zu erheben... so zumindest verstehe ich es.
So oft wurde schon gesagt , dass solidarisch sein nicht bedeutet, hundert prozentig mit allem einverstanden zu sein... Diejenigen die die Solidarität als eine “politische Berechnung” sehen und nicht als ein Akt der Liebe und der subversiven MittätterInnenschaft, verstehen Solidarität nicht so wie ich sie verstehe.
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Von den bis jetzt 478 Gefangenen, die vom ersten bis zum siebten August im Hungerstreik sein werden (so weit ich weiß), sind nur José und ich Anarchisten.
Wer sind wir um ihnen zu sagen wie sie sich zu organisieren und kämpfen zu haben? Glaubt ihr nicht GefährtInnen (wir sollten in Betracht ziehen, dass dieser Hungerstreik-Protest in der BRD historisch ist, im Sinne dass es zum ersten Mal sein wird, dass sich soziale Gefangene selber organisieren), dass wir, anstatt ihren reformistischen/legalistischen/gewährleistenen Charakter erbarmungslos zu kritisieren, uns alle bereichern, indem wir alle was dazu legen, indem wir mit ihnen unsere Reflexionen, Erfahrungen auf diesem Gebiet (wie die Gefängniskämpfe in Spanien, Belgien, Italien...) teilen und versuchen so ihr eigenes politisches und revolutionäres Bewusstsein zu erhöhen?
Was unterscheidet uns von den “Anderen” wenn wir nicht fähig sind, solidarisch (jedeR Einzelne sowie er/sie es am angebrachtesten sieht) mit Denen zu sein die gegen die Hydra rebellieren welche uns alle unterdrückt ,wenn wir ihnen nicht den Reichtum und die Werkzeuge unserer Ideale und deren Geschichte zeigen um sie damit machen zu lassen was sie wollen?
Wahr ist es, dass wir kritisch sein müssen (als SelbstkritkerInnen) mit allen Sachen und Fragen welche wir konträr finden, unserer Art und Weise das Leben, den Kampf , die organisatorischen Formen und die Beziehungen unter uns zu verstehen. Kritisch sein heißt, mit unseren eigenen Argumenten begründen zu können ,dass auch ein kleines Kind versteht und nicht irgendeinen Scheiss Diskurs im akademischem Ton zu halten. Kritisch sein heißt nicht, respektlos oder beleidigend denen gegenüber zu sein, die wir als Unseresgleichen in der Rebellion verstehen...
Als Anarchist inspiriert mich nicht der Diskurs (mehr oder weniger radikal, mehr oder weniger “reformistisch”, etc.) am meisten, welchen Einige schreiben/publizieren
(welcher nichts weiter ist als ein Spiegelbild einiger Ideen und Ideologien, der Kultur und oder Erfahrungen, Gesinnung, etc, ihrer AutorInnen) sondern der Kontext der Kämpfe, was diese verfolgen; ihre “ProtagonistInnen” und das subversive Potenzial der Kämpfe und Spannungen...
Ihr wisst dass Sachen in tausend verschiedenen Formen gesagt werden können, aber das was vermittelt werden soll, die Nachricht, ist dieselbe.
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Ich nehme an es ist relativ bequem, von den konzeptionellen “Höhen” zu theoretisieren und zu kritisieren, fern von den Kämpfen, die “Unreinheiten” von Jenen zu sehen die ohne Handbücher und ProfessorInnen der “Revolution” rebellieren. Schwerer ist es das, worüber wir predigen und träumen, in die Praxis umzusetzen...
Nicht umsonst werden nicht die Ideen und Theorien am meisten bestraft und eingesperrt (zumindest nicht immer) sondern die Inkraftsetzung, Erprobung dieser...
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Nach all dem muss ich noch klarmachen, dass es nicht die Mittel des Rechts und der Gesetzte sind, wie wir Gerechtigkeit, Freiheit, Würde, Gleichheit,... erreichen werden. Unsere Waffen und Werkzeuge sind die Solidarität, die gegenseitige Hilfe und gegenseitiges Lehren, die Direkte Aktion, die MitätterInnenschaft, die Liebe zu den Unseren und die Freiheit in all ihren Formen; die permanente Konstanz unserer Projekte, die Debatten, Mobilisierungen, etc... Also bitte, bleiben wir nicht “nur” bei einer oberflächlichen Kritik ,wie an dem Schreiben von Pit ,seinem Komunique vom 15.06.08; denn so wie wir die Sachen verstehen, gibt es viele Dinge welche wir an diesem Komunique kritsieren können...
Persönlich habe ich ihm einen Brief geschrieben (ich bezweifel, dass er ihn erhalten hat, da meine Post seit eineinnhalb Monaten gesperrt ist) in dem ich die “hierarchische” Form der Vereinigung kritisiere, meine Meinung über RepräsentantInnen und das “Delegieren” der Aufgaben mitteile (letztendlich,dass hierarchische Organisationen Feinde der Freiheit, der Radikalität, der Spontanität und der Kreativität jedes Kampfes/Projekts sind) und ihm sage wie eine nicht hierarchische, autonome, informelle, etc. Vereinigung “aufgebaut” werden kann.
Ich bin nicht gegen jede organisatorische Form, aber gegen jede Organisation mit hierarchischem Charakter welche über ihren Mitgliedern steht und für Diese die Richtung, die Form der Kämpfe, etc. entscheidet. Es sind die Individuen welche die Organisationen bilden und nicht die Organisation welche “diszipliniert”, ersetzt und/oder ihre Mitglieder vertritt, weil so werden Kämpfe kontrolliert und geführt, denn so werden sie ungefährlich und für die Macht einverleibbar.
Durch unsere Erfahrungen, Lektüren und Praxis mittels der Affinität und dem gegenseitigem Wissen bauen wir ein Klima der MitätterInnenschaft und Netzwerke informeller Organisationen auf... Von unseren verschiedenen Herkünften und Erfahrungen schaffen wir unsere revolutionäre Kreativität ... Wir sind uns sicher, dass die Form uns zu organisieren (auch wenn wir keine Namen, Abkürzungen haben und von der Herrschaft nicht erkennbar sind) die natürlichste der Welt ist, weil sie keiner Abstraktion oder Hirnwichserei gehorcht, sondern durch unsere eigenen Formen und der Welt in der wir leben zu verstehen ist...
Unsere beste Theorie nehmen wir aus unseren Erfahrungen, welche durch unsere Wünsche nach Freiheit angespornt wird... wir werden von dieser keinen Dekalog oder Mode machen; niemand weiß es besser was für einen Platz er/sie in seinem/ihrem Leben/Existenz hat und was unsere Freiheit/Interessen/Wünsche attentiert...
Der soziale Krieg gibt jedem seinen Platz... ich weiß auf welcher Seite der Barrikade ich mich befinde und gegen Wen ich mit meinen Waffen ziele...
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Jeder Kampf ist ein dynamischer Prozess welcher nicht statischen Gesetzen gehorcht, sondern Variablen... eine Spannung gegen das Existierende und die Herrschaft... wir wissen auch diejenigen zu erkennen, welche sich in diesem “anscheinenden Chaos” als Unseresgleichen bewegen oder ähnliche Wünsche teilen...
Wenn mir die Sprache für Etwas dient, ist es nicht um Ängste oder Elend auszulösen, sondern um unsere Überzeugung und Wünsche frei zu leben und zu verfestigen...
Auf diesem langen Marsch werden wir stärker und weiser und hinter uns lassen wir all die bestehende Schundware die versucht uns von Werten zu überzeugen, während sie im Sumpf leben und glauben alles mit der Prosa lösen zu können.
Dort wo der Feind angegriffen wird, breitet sich unser mittäterliches Lächeln, erhebt sich die aufständische Würde (egal ob individuell oder kollektiv), blüht und verbreitet sich die libertäre Hoffnung, denn es ist der Ort von wo wir unsere “Nitrate” fürs Weitergehen holen...
JedeR soll machen was er/sie für angemessen sieht...
Die Solidarität ist eine revolutionäre Waffe.
¡¡Nieder mit allen Mauern!! ¡¡ Es lebe die Anarchie!!
Gabriel
Anmerkung der Übersetzerinnen: dieser Text ist aus dem spanischen
Über Zwangsarbeit und andere Rechte ...
Am 28 März dieses Jahres erscheint auf dem Tele-Text des WDR eine aufschlussreiche Nachricht: Die Gefangenen produzieren 5 Millionen Euro.
Dieser Artikel bezeugt zusammengefasst, dass allein in den Gefängnissen des Rheinlandes (wahrscheinlich ist NRW gemeint) die Gefangenen 2007 44,9 Millionen Euro Profit durch ihre Arbeit hervorgebracht haben. Im Vergleich zu 2006, wo diese Gewinne 4,45 Millionen Euro betrugen, hat sich die Produktion noch gesteigert ...
In einer Pressekonferenz bestätigt die NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter in Bezug auf diese Daten zynisch, dass die Beschäftigung der Gefangenen eine wichtige Zielvorgabe ist, um sie in die Kultur der Arbeit zu integrieren. (ohne Anführungszeichen, da über 2 Kurven zurück übersetzt) Und etwas später: Die Selbstfinanzierung der Anstalten durch die Arbeit der Gefangenen macht die Angelegenheit so erträglicher (ohne Anführungszeichen s.o.).
Es lässt sich zweifellos nicht leugnen, dass die erlauchte Ministerin eine mutige Person ist. Es gibt wenig Länder, die es wagen Zahlen zu nennen bezüglich der abgetauchten Wirtschaft ihrer Gefängniseinrichtungen.
Ich (wiederum) glaube, dass die Lektüre ihrer Aussage kein Missverständnis erlaubt. Es ist klar (völlig legal und im Scheinwerferlicht der Medien): der Gefangene muss arbeiten und zusätzlich beitragen zu den Kosten, die sein Eingesperrtsein für den Staat verursacht. Worüber man natürlich nicht spricht, weder die Ministerin noch andere bekannte Fachleute, das ist das interne Funktionieren der Gefängnisse inklusive der Mechanismen der Zwangsarbeit. Nicht, weil die etwa illegal wären, sondern weil, je weniger man über diese Bedingungen weiss, um so weniger stellen sich Fragen, entwickelt sich Kritik. Immer unter der Voraussetzung, dass solche Informationen überhaupt jemanden interessieren (was in diesem Land nicht der Fall ist) ...
(...)
Wenn ich sage, dass es in diesem Land kein Interesse gibt die Zustände zu entlarven, beziehe ich mich aufs Allgemeine (das, was sie öffentliches Interesse nennen, so als sei das wirklich für jemanden von Bedeutung), denn es gibt immerhin Betroffene und Interessierte.
Es gibt beispielsweise in den Gefängnissen eine Vereinigung und ein Kollektiv von Gefangenen (von außen unterstützt durch einige Rechtsanwälte etc.) die seit Jahren ankämpfen gegen Machtmissbrauch, Psychoterror im Gefängnis, die Haft- und Arbeitsbedingungen etc. etc. Diese Organisation nennt sich Iv.I (Interessenvertretung Inhaftierter), was so viel heisst wie ... (... naja, noch mal übersetzt brauchen wir das im Deutschen nicht/d.Ü.))
Unabhängig davon, ob ich die Interessen, die sie vertreten und die Mittel, die sie einsetzen (Klagen, Beschwerden, Anschreiben an Massenmedien), von dem Augenblick an, wo sie aufbegehren und dafür isoliert und zerstreut werden usw. bin ich als Libertärer an ihrer Seite.
Wie auch immer, nach direktem Kontakt im Gefängnis mit einem ihrer "Repräsentanten" und in Folge von Gesprächen und Auseinandersetzungen haben wir beschlossen einen Hungerstreik zu machen, um zu protestieren gegen die Isolationsbedingungen von Nadine Trivian (eines der Mitglieder der Organisation) sowie gegen ihre Internierung und Verschleppung in ein Gefängnis, in dem sie sich in einer völlig feindseligen Umgebung befindet, weil sie (zusammen mit anderen Gefangenen) einen Schliesser (Gefängnisaufseher, Büttel) für Vergewaltigung und sexuellen Mißbrauch in "Ausführung seiner Funktionen" angezeigt und zur Verurteilung gebracht hat.
Ich bringe meine bedingungslose Solidarität ein für diese Genossin und die politische Arbeit des Zusammenschlusses Iv.I (und die Genossen, die Teil davon sind). Aber meine Solidarität geht über den konkreten Fall hinaus, um sich auszubreiten gegen jede Einrichtung des Einsperrens und Bestrafens, gegen jede lebenslängliche Verurteilung oder Todesstrafe und gegen jedes System der Isolation und Folter.
Der Hungerstreik wird stattfinden zwischen dem ersten und siebten August, und wer seine Solidarität zeigen will, kann das eigenen Maßstäbe entsprechend tun: Faxe ans Justizministerium in Düsseldorf schicken, an das Gefängnis, wo sich Nadine befindet, an deutsche Konsulate usw,, nur mal als Beispiele ...
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Was die innere Organisation der Gefängnis-Industrie (um dem Ding einen Namen zu geben) in Deutschland betrifft, muss man erklären, dass es eines der repressivsten in Europa ist. Die Repression ist nicht schwankend (bzw konjunkturbedingt)) etwa wie mit Schliessern, denen die Hand ausrutscht), sondern systematisch ... Das heißt das ganze "System" und die Abläufe (Polizei - Justiz - Knast) sind entworfen, juristische Zusammenbau-Verurteilungs-Fracen und weitere Verurteilungen herzustellen, die die Gefängnisse mit Produktivkräften füllen (Subproletariat), die zum Arbeiten gezwungen werden. So wird der Gefangene zum Gläubiger (Kreditor) des Staates, sowohl für die Kosten der Justiz ( - es nützt ja nichts sich als "insolvent" zu erklären, da das Gefängnis dir eine Arbeit "anbietet" und du mit dieser Arbeit das zahlen kannst, was du dem Staat schuldest -) als auch für die Bezahlung der Zelle: Bett, Bettwäsche, Wäscherei, Mahlzeiten usw.
Unbeugsame und Unempfängliche gegenüber dem Gefängnis-System sind selten. Die ungeheuere (maßlos große) Mehrheit akzeptiert die Bedingungen, gutwillig oder widerwillig, denn für den gegenteiligen Fall sehen sie sich gegenüber der Verweigerung des notwendigen Geldes,um das Minimum zu bezahlen um in der Knastunterwelt überleben zu können: Tabak, Kaffee, Lebensmittel usw.
Die wirtschaftliche Erpressung ist nur ein kleiner Teil der Mittel, über die die Strafvollzugsverwaltung verfügt ... De facto müssen die, die nicht arbeiten, sich auf ein härteres Regiment einstellen, das heißt 23 Stunden am Tag in der Zelle eingesperrt sein (eine Stunde Hofgang) und ohne Gewährung des "intimen" Besuchsraums (Langzeitbesuch) mit der Familie oder gefühlsverbundenen Gefährt/inn/en usw. usw.
Insgesamt werden dir in Deutschland "Pflichten" auferlegt, aber zähle nicht auf irgend ein "Recht" ... Es gibt keine Strafvollzugs-Überwachungs-Richter und nicht einmal ein einheitliches Strafvollzugsgesetz ...
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Da die meisten Gefangenen Ausländer sind (viele sprechen die Sprache nicht und kennen noch weniger die Gesetze und "Rechte") werden sie zu idealen Opfern in den Händen von Rechtsanwälten, Richtern und anderen Individuen ohne Ethik, Moral und Gewissensbisse.
Der Anteil an Analphabeten ist beeindruckend und die meisten kommen aus Ländern, in denen sie noch viel brutaler behandelt werden (besonders die, die aus Ländern der ehemaligen UDSSR und aus Afrika kommen). Es ist auch unnütz ihnen zu sagen, dass alles, was die hier machen nicht etwa nur illegal ist, sondern amoralisch. Sie zucken höchstens mit den Schultern und fragen: "Was bedeutet das: 'amoralisch'"?
Oder: "Was ist denn das: 'die Menschenrechte'"?
Viele von ihnen arbeiten, weil sie so einen Teil ihres Lohnes an die unter unmenschlichen Bedingungen in ihren Ländern gebliebenen Familie schicken können ...
Zusammengefasst: Man bestraft also nicht nur das Elend, man beutet auch das Unwissen aus. Das ist der unmoralische Charakter einer der "Antriebs"-Länder dieser "Europäischen Union", die, wie wir alle wissen, das Europa des Kapitals und seiner Büttel ist. Ein Europa, in dem die Waren fließen (zirkulieren) können, in dem man die Betriebe auslagern kann aus einer "rentabelen" Region in eine noch rentablere, das Blut der Arbeiter saugen kann, um sie dann, wenn sie nicht mehr "produktiv" sind, mit einem Tritt in den Hintern beiseite zu schieben, Personen kontrollieren, sie einsperren und foltern kann usw., ohne dass einer dieser Schufte sich irgendwie um ein "Referendum" (wie z.B. das über die europäische "Verfassung") kümmern müßte, um die Interessen, die Rechte und die Würde der Menschen.
(...)
Es gibt zu vieles, das ich noch schreiben möchte, doch ... für dieses Mal werde ich es belassen bei diesen Erklärungen, die dazu bestimmt sind die Erinnerung aufzufrischen an die Statthalter, die über die ganze Weltkugel hinweg von "Menschenrechten" und "Demokratie" sprechen.
Und, wie es La Polla Record singt:
Das wird kommen, das wird kommen
Jeder Bürger kommt an die Reihe, die Reihe
Die Demütigung wird gerächt werden
Kämpferische Grüße an die, die weltweit kämpfen.
Gabriel
Adressen:
Nadine Christiane Tribian
Umlostraße 100
33649 Bielefeld
Gefängnisverwaltung Bielefeld
JVA Bielefeld-Brackwede II
Zinnstraße 33
33649 Bielefeld
Telefon: 0521- 4899 0 Fax: 0521- 4899 123
E-Mail: poststelle@jva-bielefeld-brackwede2.nrw.de
Justizministerium NRW
Martin-Luther-Platz 40
40212 Düsseldorf